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Bis letztes Jahr waren hier noch ganz viele Berichte über meine entdeckten und erforschten Persönlichkeitsanteile zu finden. Ehrlich und ungeschönt geteilt. Und immer war ich tief berührt von den inneren Entdeckungen und finde bis heute die dafür hergenommene Therapieform höchst effektiv und sehr liebevoll. Es hat mich mir selbst gegenüber sehr besänftigt und mir geholfen, zu verstehen, dass alles was sich da scheinbar negativ zum Ausdruck bringt, eine positive Intension hat.


Was es allerdings weiterhin bekräftigt hat, war die Geschichte der Martina als Grundlage zu nehmen und durch die Beschäftigung damit, diese dadurch am Leben zu halten, auch wenn es Stück für Stück mehr Verständnis dafür gab. Die Gefühle die hierbei zum Vorschein kamen, hatten eine Berechtigung und eine logische Schlussfolgerung und somit war ich nun berechtigt mich so zu fühlen und daran konnte ich mich festhalten. Der Punkt ist aber der, dass mit jedem neuen Teil (und da gab es so einige) das loslassen und verweilen in dem Moment, wenig im Vordergrund stand.


Was wäre aber, wenn es die Geschichte gar nicht braucht, sondern nur den Moment – und zwar ganz?!


Dann verschwindet auf einmal die Martina und übrig bleiben Gedanken, Körperempfindungen und Gefühle.

Diese sind aber völlig unpersönlich und somit unproblematisch, nur wenn ich sie zu meinen mache,

werden sie auch zu meinen.


Der feine, aber alles entscheidende Unterschied bei der Sache kann allerdings nicht mit dem Verstand erfasst,

sondern nur erlebt und gefühlt werden.


Und dann wird es auf einmal still.

Und es wird erkannt, dass diese Stille eigentlich schon immer da war und durch nichts gestört werden kann.

Da kommen Gedanken, Körperempfindungen und Gefühle

- die Stille ist und bleibt.



Wenn Grenzen verschwimmen


Tanzen war für mich schon immer etwas Besonderes.

Ob es in der Jugend das Standardtanzen war oder das nächtelange Durchtanzen an unzähligen Wochenenden in der Disko. Jede einzelne Form adressiert für mich eine andere Ebene. Durch unterschiedliche Strukturen in den verschiedenen Tanzstilen können immer andere innere Qualitäten angesprochen und erlebt werden. Es kann also übers Schritte zählen und Figuren lernen hinaus ein Facettenreichtum an emotionalen Stimmungen angeschwungen werden.

Dies steigert sich für mich potenziell zum äußeren Strukturverlust.


Denn wenn dann Formen und Abläufe wegfallen, wie im kreativen Tanz z.B. Farben oder Bilder getanzt werden oder wie in der Tanztherapie innere Befindlichkeiten durch Bewegung zum Ausdruck gebracht wird, dann findet da ja durchaus eine Übersetzung und Interagieren mit etwas nicht Fassbarem statt.

Wie wunderbar diesen Körper als Instrument dafür zu bewohnen!

Im Trancetanz geht es dann sogar noch eine Stufe weiter und evtl. scheinbar auch über „mein“ „jetziges“ Leben hinaus. Andere, fremde Sinneseindrücke oder Bilder können dann über das innere Erleben auftauchen und die scheinbare Realität dadurch schon Risse bekommen.


Was allerdings passiert, wenn ein absichtsloses und ungerichtetes Eintauchen in Bewegung und in vollständiger innerer Versenkung, geschieht, kann nicht mehr in Worte gefasst werden.

Das ist für mich Meditation in Reinform.

Ein Verschmelzen mit dem Moment, in völligem Einklang und Auflösung in das Erlebte und den Tanz hinein,

die Gefühle in einer ungeahnten Intensität in jede Zelle und darüber hinaus explodierend bis zur vollständigen Auflösung.

Wo vorher noch ein Körper war und zu reiner Energie wurde, ist da nun vibrierende Stille und Grenzenlosigkeit.

Und zurück bleibt erneut das Paradox dieser Gleichzeitigkeit, wo es scheinbar diese Schwelle gibt,

an der Grenzen verschwimmen und sich auflösen.

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